Bulle Clock Baujahr bestimmen

Bulle Clocks gehören zu den bekanntesten frühen elektrischen Uhren mit Magnetpendel. Viele erhaltene Exemplare lassen sich anhand der in das Uhrwerk eingeschlagenen Seriennummer zeitlich einordnen.

Auf dieser Seite kannst du die Seriennummer deiner Bulle Clock eingeben und den wahrscheinlichen Herstellungszeitraum ermitteln. Die Datierung basiert auf überlieferten Produktions- und Seriennummerndaten sowie dem Vergleich mit dokumentierten Bulle Clocks.

Da keine vollständigen originalen Produktionsregister bekannt sind, verstehen sich die angegebenen Zeiträume als zeitliche Einordnung und nicht als exaktes Herstellungsdatum.

Bulle Clock nach Seriennummer bestimmen

Gib die Seriennummer ohne Punkte oder Leerzeichen ein.

Wo finde ich die Seriennummer?

Bei Bulle-Uhrwerken ist die Seriennummer zweimal auf der hinteren Werkplatte eingeschlagen: vorne auf der linken Seite der hinteren Werkplatte sowie auf deren Rückseite ebenfalls links. Beide Nummern sollten übereinstimmen.

Wichtiger Hinweis: Besonders bei sechsstelligen Seriennummern kann die erste Ziffer durch eine Befestigungsmutter teilweise oder vollständig verdeckt sein. Dadurch kann eine sechsstellige Seriennummer auf den ersten Blick wie eine fünfstellige Nummer erscheinen. Prüfe deshalb den Bereich unmittelbar neben beziehungsweise unter der Befestigungsmutter sorgfältig. Auf dem Foto der Vorderseite ist eine solche teilweise verdeckte erste Ziffer zu erkennen.

Die beiden folgenden Fotos zeigen die Positionen der Seriennummer an unterschiedlichen Bulle-Uhrwerken.

Bulle Clock Seriennummer auf der Vorderseite der hinteren Werkplatte
Seriennummer 125735 – zeitliche Einordnung ca. 1930–1931. Die erste Ziffer ist teilweise durch die Befestigungsmutter verdeckt.
Bulle Clock Seriennummer auf der Rückseite der hinteren Werkplatte
Seriennummer 192358 – zeitliche Einordnung ca. 1934–1935.

Datierung nach Seriennummer

Die folgende Tabelle bildet die Grundlage der oben angebotenen Suche. Die Jahresangaben sind als ungefähre zeitliche Einordnung zu verstehen.

Seriennummer Zeitliche Einordnung
1–2.499ca. 1920
2.500–7.999ca. 1920–1921
8.000–20.999ca. 1922–1923
21.000–46.999ca. 1924–1925
47.000–85.999ca. 1926–1927
86.000–119.999ca. 1928–1929
120.000–144.999ca. 1930–1931
145.000–188.999ca. 1932–1933
189.000–229.999ca. 1934–1935
230.000–269.999ca. 1936–1937
270.000–299.999ca. 1938–1939
300.000–309.999 ca. 1939 bis Nachkriegszeit – unsichere Einordnung
310.000–319.999ca. 1948–1949
320.000–325.999ca. 1950–1951
326.000–ca. 330.000ca. 1952–1954
über ca. 330.000 keine verlässliche Zuordnung

Besonders der Bereich 300.000–309.999 lässt sich nicht zuverlässig einem engen Herstellungszeitraum zuordnen. Deshalb wird hier bewusst keine genauere Jahresangabe vorgenommen.

Grundlage der Datierung

Die zeitliche Einordnung basiert auf veröffentlichten Seriennummern- und Produktionsdaten, die auf Forschungen von John Hubby zurückgeführt werden. Die ursprüngliche Onlinequelle mit seiner Bulle-Datierung ist heute nicht mehr verfügbar; erhalten geblieben sind Wiedergaben dieser Daten in späteren Fach- und Sammlerquellen.

Zusätzlich wurden dokumentierte Bulle Clocks mit bekannten Seriennummern und zeitlicher Zuordnung als Vergleich herangezogen. Solche Vergleichsstücke helfen dabei, die überlieferten Bereiche auf ihre Plausibilität zu prüfen.

Zu John Hubby

John Hubby beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Erforschung historischer Uhren und ist insbesondere für seine Arbeit zu Torsionspendeluhren bekannt. Er trat 1982 der US-amerikanischen National Association of Watch & Clock Collectors (NAWCC) bei und gehörte von 2001 bis 2011 deren Board of Directors an. Von 2009 bis 2011 war er Vorsitzender des Boards.

Innerhalb der NAWCC beschäftigte er sich intensiv mit Torsionspendeluhren, leitete 2003 ein Symposium zu diesem Thema und war Gastkurator einer Ausstellung über Anniversary Clocks im National Watch & Clock Museum. Seine Forschungsarbeit befasst sich unter anderem mit der Frage, von wem bestimmte Uhren hergestellt wurden und wann sie entstanden.

Auch zur Produktionsgeschichte der Bulle Clocks stellte Hubby Daten zusammen. Seine Arbeit bildet damit eine wichtige Grundlage für die heute in Fach- und Sammlerquellen wiedergegebenen Seriennummern- und Produktionsangaben. Sie ersetzt jedoch kein vollständig erhaltenes originales Fabrikregister.

Die Tabelle ist deshalb als Orientierung für die Datierung einer Bulle Clock gedacht. Sie sollte insbesondere bei ungewöhnlichen oder widersprüchlichen Merkmalen zusammen mit weiteren Eigenschaften der Uhr betrachtet werden.

Werktyp bestimmen

Neben der Seriennummer kann auch die Ausführung des Uhrwerks bei der Bestimmung einer Bulle Clock hilfreich sein. Eine Übersicht früher Bulle-Werktypen stellt Horologix zur Verfügung.

Übersicht früher Bulle-Werktypen bei Horologix →

Quellen und weiterführende Informationen

Für die Zusammenstellung und Überprüfung der Datierungsbereiche wurden verschiedene Fachquellen und dokumentierte Vergleichsstücke herangezogen.

Die Datierung wurde nicht ungeprüft aus einer einzelnen Quelle übernommen, sondern aus mehreren verfügbaren Hinweisen zusammengeführt und verglichen. Externe Verweise auf dieser Seite führen zu Webseiten und Informationsangeboten anderer Betreiber. Für deren Inhalte sind die jeweiligen Betreiber verantwortlich. Inhalte und Verfügbarkeit externer Seiten können sich jederzeit ändern.

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